Chinas verlorene Töchter

22. Juli 2026 von 19:3020:30
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Das Fehlen von Millionen Frauen in China. Gründe und Konsequenzen für die chinesische Gesellschaft.

Seit 1982 bestimmte die „Ein-Kind-Politik“ in China in vielfältiger Weise die Reproduktionsmöglichkeiten seiner Bürger. Die Konsequenzen zeigten sich erst Jahre danach: Das Fehlen von Millionen Frauen, weil die rigide Form von Familienplanung gekoppelt mit dem Gender-screening der traditionellen Vorliebe von Söhnen „xiao huangdi“ (Kleiner Kaiser) den Weg bahnte.

Nach internen Statistiken fehlen seit der der Einführung der Ein-Kind-Politik in der chinesischen Gesellschaft Minimum 23 aber vermutlich bis zu 40 Millionen weibliche Bürger. Damit ist nach Konfuzius nicht nur das „yin“ (Mann) und „yang“ (Frau) gestört, es hat enorme Konsequenzen in soziologischer, wirtschaftlicher und Bevölkerungstechnischer Hinsicht. Die zeigten sich dann nach der Jahrtausendwende. Denn Millionen von Männern, zumeist auf dem Land mit einem niedrigen Status finden deshalb keine Frauen. Frauenhandel und Prostitution sind nur eine der Konsequenzen aus dem dramatischen Gender-Gleichgewicht der Volksrepublik. Es gibt nur viele mehr…   


Zielgruppe:
Studierende der Sinologie, Studierende der Wirtschaftswissenschaften, die einen China-Aufenthalt planen und alle, die sich für die Konsequenzen eines staatlichen Eingriffes in die Bevölkerungsstrategie eines Landes interessieren (Soziologen und Politologen)


Mehrwert:
Vermittlung der Kenntnis zu einem Teilgebiet der chinesischen Geschichte und Gesellschaft. Betrachtung des staatlichen Eingriffs in die Bevölkerungspolitik und seine Konsequenzen. Von der dramatischen Reduzierung der Bevölkerungszahlen ab 1982 bis heute: Die Geburtenrate Chinas auf einem historischen Tiefstand. Die Kosten: Das Fehlen von Frauen im zweistelligen Millionenbereich. Die „Vermännlichung“ einer Gesellschaft gefolgt von der „Verweigerung“ der chinesischen Frauen

Referentin:
Dr. Alexandra von Ilsemann

Nach 10 Jahren Lehrtätigkeit in China (Hongkong) und Tokio, Japan nun als Publizistin tätig. Veröffentlichung von inzwischen 4 Büchern.
Studium der Geschichte, Politologie und Soziologie. Dissertation in Geschichte: Europäische Außenpolitik zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Veröffentlichung zum Thema:
Alexandra von Ilsemann: Frauen stützen die Hälfte des Himmels. Asiens Frauen zwischen Tradition und Moderne. Frankfurt 2005

E-Mail: Alexandra.v.Ilsemann@gmail.com