„Passion – Fairplay – Zivilcourage – Menschlichkeit und Respekt“. Der Kampf der Weitsprung-Legenden Luz Long und Jesse Owens. Olympia 1936. Die Geschichte hinter den berühmten Bildern. Nachfahren berichten

10. Dez. 2020 von 19:3021:00
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1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. „Passion – Fairplay – Zivilcourage – Menschlichkeit und Respekt“ waren die vier Pfeiler von Luz Long, einem Sportler aus Leidenschaft, der für die Berufung in die Olympia-Kernmannschaft keine Mühe scheute.

Der Weitsprung-Wettkampf während der Olympischen Spiele 1936 war das Erlebnis nicht nur für die Berliner. Ein Kampf schwarz gegen weiß, mit einer Tippgebung von Luz an den Gegner Jesse Owens in der Qualifikation. Jesse gewann, Luz gratulierte noch in der Weitsprunggrube als Erster und umarmte seinen Konkurrenten.

Sie gingen Arm in Arm im nationalsozialistischen Deutschland unter den Augen von Hitler zur Siegerehrung, zwei junge Studenten, die das Leben noch vor sich hatten. Ein Bild von ihnen ging um die Welt.

Rudolf Heß, Stellvertreter Adolf Hitlers, erteilte Luz telefonisch nach den Spielen einen Verweis: „Nie wieder einen Neger zu umarmen“! Dies wurde von seiner Mutter festgehalten. Luz war nicht "linientreu" und unterschwellig wurde er deswegen von den Nazis immer als „nicht rassenbewußt“ eingeschätzt.

Zeitlose Bilder

Die Macht der Bilder als Momentaufnahme von 1936 wirkt bis heute. Was verbirgt sich dahinter? Was glauben wir heute in den Bilder zu sehen? Was ist wirklich passiert, wie war die Vorgeschichte und wie ging es weiter?

Die Nachfahrin von Luz Long, Frau Ragna Long und die Sportjournalistin Maren Hoefle vom NDR nehmen uns mit auf eine Zeitreise. Sie zeigen uns wie komplex, spannend und bewegend Geschichte sein kann. Sie stehen uns für Fragen zu den Fakten und für eine Diskussion zur Verfügung.

Unsere heutige Zeit ist von Bewegtbildern, einer Informationsflut und Beschleunigung auf allen Ebenen geprägt. Was können wir aus der Geschichte für heute lernen?

Die Veranstaltung beginnt mit der Dokumentation „Eine Geste für die Ewigkeit“ von Maren Hoefle/NDR (20 Minuten). Anschließend können Fragen an Frau Long bzw. Frau Hoefle gestellt werden und eine offene Diskussion anschließend runden unsere Veranstaltung ab.

Mehrwert

Einordnung eines bedeutenden sporthistorischen Ereignisses, vertiefte, authentische Einblicke in Recherche und Produktion einer Dokumentation, erweitertes Medienwissen und so weit wie möglich sportpolitisches Geschichtsverständnis.

Referentinnen

Ragna Long, gelernte Bürokauffrau und Inhaberin einer Eventagentur Münster (1995-2006), 2010 – 2015 Recherche Biographie ihres Schwiegervaters: Dr. jur. Carl Ludwig (Luz) Hermann Long

Maren Hoefle, NDR , Sportredakteurin und Verantwortliche der Dokumentation

Kontakt und weitere Infos

E-Mail: Ragna.Long@t-online.de

Internet: www.facebook.com/LuzLudwigLong

Das Buch Luz Long – eine Sportlerkarriere im Dritten Reich kann zum Vorzugspreis € 16,-- bei Abnahme von 5 Exemplaren im Rahmen des Alumninetzes der DIPLOMA erworben werden.

Luz Long: 1913 im Kaiserreich in Leipzig geboren. Vater Apotheker und Mutter Johanna Hesse, war eine Ur-Enkelin von Justus von Liebig. Sie gehörten dem gebildeten Bürgertum an. Als Kleinkind den I. Weltkrieg erlebt, als Jugendlicher 1918 Gründung Weimarer Republik, als Schüler 1929 Börsenkrach, als Deutscher Meister 1933 als Pennäler unter Reichskanzler Adolf Hitler/seinen ersten Titel gewonnen.


Olympia 1936

Die Weitsprung-Legenden Luz Long (weiß) und Jesse Owens (schwarz). Beide Jahrgang 1913 und 23 Jahre alt am Tag des Geschehens.